7 Fragen - 7 Antworten zur Inklusion





Lernt mein Kind durch die Inklusion jetzt weniger – sinkt das Leistungsniveau?

Nein, die Bildungsforscher sind sich einig. Die Abwesenheit Behinderter nützt den übrigen Schülern nichts.


Leistungsvergleiche zwischen Integrations- und normalen Regelschulklassen zeigen keine nennenswerten Leistungsunterschiede.

Und es gibt sogar integrative Eliteschulen, die lange Wartelisten führen und sich ihre nichtbehinderten Schüler aussuchen können.


Vom Weltbild, das den Kindern nebenbei vermittelt wird, hat man dann noch nicht gesprochen. Schwächere müssen Teil der Gemeinschaft bleiben, Stärkere bereichern ihr eigenes Leben, indem sie ihnen helfen – das sind in einem christlich geprägten Land ja keine völlig abwegigen Erziehungsziele.



Sind Förderkinder einem besonderen Leidensdruck (Isolation, Mobbing, ständiges Aufzeigen der Grenzen) ausgesetzt?

Nein, Befragungen von integrierten Förderkindern zeigen im Gegenteil, dass diese sich (aufgrund der pädagogisch guten Arbeit in den Klassen) wohlfühlen.

Ihre Integration ist in der Regel gut, vor allem, wenn soziale Verankerung auch pädagogisch bewusst geplant wird.


Der Umgang mit der Tatsache, dass nicht alle Kinder in allen Lernfeldern – und in anderen Lebensbereichen – gleich erfolgreich sind, ist auch ohne die Einbeziehung von Kindern mit Behinderung eine pädagogische Herausforderung für jede Lehrkraft.



Sind schwer mehrfach behinderte Kind in der Förderschule nicht am besten umsorgt – ist das Kind überhaupt regelschulfähig?

Alle Beteiligten müssen gemeinsam klären, wie ein bestimmtes Kind in genau dieser Klasse, mit diesen Lehrkräften und Betreuern, diesen Kindern, diesen Eltern, diesen Räumen usw. eine sinnvolle Entwicklungsperspektive gewinnt, und wie ihr Schulalltag aussehen soll.


Grundsätzlich kann jedoch jedes Kind mit den unterschiedlichsten, auch schweren Behinderungen im gemeinsamen Unterricht gefördert werden.



Geht die sonderpädagogische Förderung an der integrativen Schule nicht unter?

Um diesen Gefahren zu entgehen, ist es nötig, verbindlich zu regeln, dass Sonderpädagogen feste Stellen an den allgemeinen Schulen haben, ein gemeinsames pädagogisches Unterstützungszentrum in der Schule zusammen mit Lehrern eingerichtet wird, sie nicht mehr (und nicht weniger) Krankheitsvertretung machen müssen als alle anderen Kollegen, und die Fachanbindung durch regelmäßige regionale Fachkonferenzen gesichert wird.

Zusätzlich sollte Inklusion im Schulentwicklungsplan jeder Schule verankert sein. Das Bundesland sollte regelmäßig in einer Qualitätsbefragung der Schulen die Entwicklung der Inklusion nachvollziehen und überprüfen.



Gibt es ein Elternwahlrecht?

Eltern können wählen, ob Ihr Kind die Regelschule oder die Förderschule besucht.



Wie wird das Geld für die Umsetzung von Inklusion aufgebracht?

Die Ressourcen werden in erster Linie umverteilt. 3 Milliarden Euro aus dem Etat der Sonder-/ Förderschulen stehen zur Umsetzung der Inklusion den Regelschulen zur Verfügung.



Ist Inklusion nicht teurer?

Eine Studie zeigt, daß Inklusion, das Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderungen im gemeinsamen Schulalltag nicht teurer ist.