Breites Bündnis der Zivilgesellschaft für Inklusion


In Berlin hat sich am 19. Januar 2012 ein breites Bündnis von Organisationen der Zivilgesellschaft, die „BRK-Allianz“ gegründet.


Diese Allianz hat sich zum Ziel gesetzt, dem Ersten Staatenbericht der Bundesrepublik Deutschland zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) einen kritischen „Parallelbericht“ entgegenzustellen.

Der Parallelbericht ist für den UN-Fachausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen eine wichtige Informationsquelle, um Fortschritte bei der Umsetzung der Konvention beurteilen zu können.


In der Allianz haben sich über 70 Organisationen zusammengeschlossen, die das gesamte Spektrum der behindertenpolitisch arbeitenden Verbände in Deutschland repräsentieren.


Ebenso wie der Staatenbericht soll der Parallelbericht dem UN-Fachausschuss in Genf vorgelegt werden und die Lebenswirklichkeit der rund 10 Millionen behinderten Kinder, Frauen und Männer in Deutschland darstellen.


Die Geschäftsstelle der Allianz ist beim NETZWERK ARTIKEL 3 angesiedelt.


Weitere Informationen sind auf der Website www.brk-allianz.de zu erhalten.



Verbände kritisieren Beschluss der Kultusministerkonferenz zur inklusiven Bildung

20.10.2011


Die Kultusministerkonferenz beschließt auf der heutigen Sitzung über die Empfehlungen zur inklusiven Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Schulen.


Der Deutsche Behindertenrat und weitere Verbände, wie der Sozialverband Deutschland, haben dazu in einer Pressekonferenz heute in Berlin ihre Kritik an den Empfehlungen erneuert.

Pressemitteilung des Sozialverbandes hier





Aktuelle Statistik

11.08.2011, Quelle: AKTION MENSCH

Wieviel Kinder mit Beeinträchtigungen werden heute in Regelschulen beschult?


Die %-Zahl gibt den Anteil der Schüler mit Förderbedarf in Regelschulen an.






Verteilung nach Bundesländern:


Schleswig-Holstein: 45,5 %, 15.835 Schüler
Bremen: 36,9 %, 4.191 Schüler
Hamburg: 16,2 %, 8.407 Schüler
Mecklenburg-Vorpommern: 25,4 %, 13.669 Schüler
Niedersachsen: 7,2 %, 39.277 Schüler
Berlin 41,3 %, 20.448 Schüler
Brandenburg: 36,5 %, 15.760 Schüler
Sachsen-Anhalt: 12,7 %, 15.106 Schüler
Nordrhein-Westfalen: 15,5 %, 119.496 Schüler
Saarland: 33,1 %, 5.721 Schüler
Rheinland-Pfalz: 19,0 %, 19.195 Schüler
Hessen: 12,3 %, 29.538 Schüler
Thüringen: 21,1 %, 13.040 Schüler
Sachsen: 17,9 %, 22.936 Schüler
Baden-Württemberg: 26,6 %, 73.309 Schüler
Bayern:15,7 %, 69.490 Schüler

Deutschland gesamt: 20,1 %, 485.418 Schüler





Deutschland muss nachsitzen

11.08.2011, AKTION MENSCH


Beim Gemeinsamen Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung kommt Deutschland unterschiedlich schnell voran. Das führt zu großen Unsicherheiten und Belastungen bei Eltern, Kindern und Lehrern.


Nach Recherchen der Aktion Mensch besucht in Niedersachsen nur rund jedes zehnte Kind mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine Regelschule, in Schleswig-Holstein sind es dagegen schon mehr als die Hälfte. Bundesweit betrug der Anteil im Schuljahr 2009/2010 nur 20,1 Prozent, neue Zahlen wird die Kultusministerkonferenz frühestens im November veröffentlichen.


Nach der UN-Behindertenrechtskonvention, in Deutschland seit 2009 in Kraft, darf niemand aufgrund seiner Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden.

"Die Barrieren in den Köpfen sind dabei das eigentliche Problem. Viele Bundesländer müssen nachsitzen, um deutlich mehr Kindern das Gemeinsame Lernen zu ermöglichen", sagt Martin Georgi, Vorstand der Aktion Mensch und Mitglied im Expertenkreis "Inklusive Bildung" der deutschen UNESCO-Kommission. "Es ist aber immer noch weit verbreitete Ansicht, dass Kinder mit Behinderung nur in der Sonder- oder Förderschule gut aufgehoben sind oder sie sogar das Fortkommen anderer auf der Regelschule bremsen."

Damit Gemeinsames Lernen gelingen kann, setzt Eberhard Jüttner, Vorsitzender des Paritätischen Gesamtverbandes, auf strukturelle Veränderungen: "Schon in der Lehrerausbildung müssen die Bedürfnisse von Kindern mit Behinderung berücksichtigt werden. Dazu brauchen wir in den Ländern klare Zuständigkeiten für die inklusive Schule. Das jetzige Träger- und Zuständigkeitswirrwarr ist eine Zumutung für Eltern und Kinder."

Teurer wird die inklusive Bildung für den Staat nur in der Anlaufphase, betont Andreas Hinz, Inklusionspädagoge der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Auf lange Sicht ist ein einheitliches Schulsystem mit weniger Schultypen kostengünstiger: "Mit einem voll ausgestatteten sonderpädagogischem System plus einem Gemeinsamen Unterricht an Regelschulen leistet sich Deutschland im Moment das denkbar teuerste Schulsystem überhaupt."


Unter diesem Link finden sich Dokumente, die den Stand der Umsetzung der Inklusion in Berlin, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz

aufzeigen.





Auch das Deutsche Institut für Menschenrechte kritisiert KMK

31.03..2011


Die Vorstellungen der Kultusministerkonferenz zur Verwirklichung der Inklusion werden auch vom Deutschen Institut für Menschenrecht in Berlin stark kritisiert:

"Zwei Jahre nach Inkrafttreten der Konvention in Deutschland seien entschlossene systematische Anstrengungen in den Bundesländern notwendig, um die Trennung von behinderten und nicht behinderten Kindern im Unterricht strukturell zu überwinden.


An dem Ansatz der separierenden Förder- oder Sonderschule weiter festzuhalten, sei mit der Konvention nicht vereinbar ..."


Zur Pressemitteilung vom 31.03.2011:
www.institut-fuer-menschenrechte.de/de/aktuell/news/meldung/archive/2011/march/article/pressemitteilung-monitoring-stelle-zur-un-behindertenrechtskonvention-legt-eckpunkte-fuer-ein-inklu.html?tx_ttnews[day]=31&cHash=1c41bd2306bfcf09a3e13f624d9af258





Erster Staatenbericht zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention beschlossen

03.08.2011, LEBENSHILFE


Das Bundeskabinett hat am 03.08.2011 den Ersten Staatenbericht der Bundesrepubik Deutschland zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention (BRK) beschlossen.


In dem der Beschlussfassung vorausgehenden Anhörungsverfahren haben viele Verbände darauf verzichtet, eine Stellungnahme abzugeben. Unklar war, in welchem Maße diese Stellungnahmen Berücksichtigung finden würden. Hierbei waren auch die Erfahrungen aus dem unmittelbar vorher durchgeführten Anhörungsverfahren zum Nationalen Aktionsplan leitend, in den die von den Verbänden vorgeschlagenen Ergänzungen und Kritikpunkte nur unzureichend Eingang gefunden hatten. Daher hatten viele Verbände beschlossen, sich auf das Verfahren der Parallelberichterstattung zu konzentrieren.


Auch im Staatenbericht gab es nach dem Anhörungsverfahren nur einige Ergänzungen; weitergehende Änderungen unterblieben jedoch.  Mehr lesen